Pfingstexkursion 2015

Die Pfingstexkursion 2015 führte die Aachener Gießer vom 26. bis zum 29. Mai durch den Süden Deutschlands. Früh am Dienstagmorgen brachen 19 Studenten und 6 Doktoranden von Aachen aus zunächst in Richtung Hessen auf. Als erste Station stand dort in Battenberg das Eisenwerk Hasenclever und Sohn auf dem Programm. Die Gruppe wurde hier vom Werksleiter und zwei Aachener Absolventen, die vielen Teilnehmern noch als ehemalige Kommilitonen bekannt waren, empfangen. Nach einer Unternehmensvorstellung bot sich in kleinen Gruppen ausreichend Gelegenheit, die Fertigung von Abgaskomponenten in Stahlguss von der Kernfertigung über die Formmontage im Coldbox-Kernpaket- und Croning-Verfahren bis zum Abguss und schlussendlich der Bearbeitung der Teile zu ergründen.


Gruppenfoto am „Schwanzhammer“ auf dem Werksgelände der Firma Hasenclever

Nach der anschließenden Diskussionsrunde fuhr die Gruppe weiter nach Stadtallendorf, wo mit der Besichtigung der Fritz Winter Eisengießerei das europaweit größte Werk im Bereich des Eisengusses der zweite Programmpunkt anstand. Im Rahmen der Betriebsbesichtigung, die ganz im Zeichen der hochinteressanten Prozessführung zur Produktion von LKW-Motorkomponenten aus GJV stand, gelangte so mancher Exkursionsteilnehmer wohl zu der Erkenntnis, dass eine der größten Herausforderungen an einem Standort mit 3700 Mitarbeitern (trotz beeindruckender Automatisierung!) darin besteht, sich nicht zu verlaufen.
Wohlbehalten und vor allem vollzählig setzte sich die Gruppe am späten Nachmittag wieder in Bewegung und bezog abends Quartier in Würzburg, wo der Tag mit Diskussionen des Erlebten, dem ein oder anderem Kaltgetränk oder gar einer viel umjubelten musikalischen Darbietung in der ortsansässigen Karaokebar beschlossen wurde.
Am Morgen des zweiten Tages führte der Weg weiter gen Süden, genauer gesagt nach Nürnberg. Am dortigen Standort stand die Kolbenfertigung für Diesel- und Ottomotoren im Mittelpunkt des Besuches. Ein großes Team nahm sich Zeit und führte die Exkursionsteilnehmer nach einem Theorieblock zum Thema Kolbenlegierungen in Kleingruppen durch Gießerei, mechanische Bearbeitung und Forschungslabor. Abgerundet wurde der lehrreiche Aufenthalt durch eine ausgiebige Fragerunde bei einem zünftigen Nürnberger Mittagessen.


Gruppenfotos bei Fritz Winter


Gruppenfotos bei Federal Mogul Nürnberg

Auf dem Weg nach Regensburg wurde anschließend auf der Carolinenhütte bei Kallmünz Station gemacht. Die idyllisch gelegene, mittelständische Eisengießerei produziert GJL und GJS Komponenten bis zu 9 Tonnen, hauptsächlich für den Maschinen- und Anlagenbau. Der Geschäftsführer persönlich führte die Aachener Gießer über das Werksgelände und vermittelte bei einem hautnah miterlebten Abguss und einem Aufenthalt auf der Gicht-Bühne des Kupolofens einen sehr authentischen Eindruck davon, wie auch traditionelle Gießereien heutigen Anforderungen entsprechen können.


Die Exkursionsgruppe bei der Carolinenhütte bei Kallmünz

Nachdem der gießereitechnische Wissensdurst fürs erste gestillt war, bot sich der Gruppe am Abend die Gelegenheit, auch der dürstenden Kehle Linderung zu verschaffen. Auf Einladung der AGIFA wurde gemeinsam das Regensburger Weissbräuhaus aufgesucht, wo man, nach einer kurzweiligen Führung durch die kleine Hausbrauerei, den Gaumen mit bayrischem Speis und Trank erfreuen konnte. Im Laufe des Abends wurde diskutiert, gelacht und nicht zuletzt auch die ein oder andere Unterschrift auf diverse Bierdeckel gesetzt.
Der dritte Exkursionstag begann mit einer kurzen Busfahrt nach Deggendorf, wo mit der Firma Pinter Guss eine NE-Kundengießerei besucht wurde, welche vom Schwerpunkt ihres Produktportfolios nicht in der Automotive-Branche, sondern vielmehr im Maschinen- und Anlagenbau sowie der Medizintechnik beheimatet ist. Erneut wurde die Aachener Gruppe mit offenen Armen empfangen und nach einer herzlichen Begrüßung des Geschäftsführers von Gießereiingenieuren fachkundig durch die Hand- und Maschinenformerei, ebenso wie durch die Kokillengießerei geführt. Das Highlight des Rundgangs bildete ein parallel aus Ofen und Pfanne durchgeführter 500 kg Abguss einer handgeformten Sandform. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen bot sich zudem ausreichend Gelegenheit, sich Fragen aus erster Hand beantworten zu lassen und so einen exklusiven Einblick in den Arbeitsalltag eines Gießereiingenieurs im Kundenguss zu ergattern.


Gruppenfotos bei Pinter Guss


Gruppenfotos bei der BMW Leichtmetallgießerei

Am Nachmittag folgte dann der von vielen mit Spannung erwartete Besuch der BMW Leichtmetallgießerei in Landshut. Nach freundlichem Empfang im werkseigenen Besucherzentrum und gut versorgt mit den wichtigsten Daten und Fakten zu Konzern und Standort wurde die Exkursionsgruppe sogleich in erfahrene Gießerhände für die nun folgende Gießereibesichtigung übergeben. Und diese hatte es besonders in puncto Prozessvielfalt in sich: Ich gut zwei Stunden bekamen Studenten und Betreuer unter anderem die anorganische Kernfertigung, die gesamten Produktionsprozesse für Zylinderköpfe im Kokillen- und Lost-Foam-Guss sowie die aufstrebende Sparte des Struktur-Druckgusses zu sehen. Neben der schieren Größe der verschiedenen Fertigungslinien beeindruckten dabei besonders der hohe Automatisierungsgrad, die Effizienz und die Sauberkeit in der Fertigung.

Ausreichend Gelegenheit, die bisher gewonnenen Eindrücke Revue passieren zu lassen, bot sich am Donnerstagabend in München, der von den Teilnehmern frei gestaltet wurde. Der laue Frühlingsabend und die entspannte Atmosphäre in einem der zahlreichen Biergärten trugen dabei sicherlich zur Zerstreuung bei!
Während am Vortag noch des Öfteren Schlagworte wie Leichtbau oder Downsizing gefallen waren, lassen sich die Erzeugnisse des letzten Exkursionsziels am Freitagvormittag eher mit Attributen wie groß, mächtig, schwer und kraftvoll umschreiben. Im Augsburger Werk der MAN Diesel & Turbo folgte die Gruppe zunächst der Einladung ins Werksmuseum, wo die beeindruckende Entwicklung von Dieselmotoren, Druckmaschinen und Kraftfahrzeugen anhand der Originalexponate nachvollzogen wurde. Im Anschluss folgte eine Führung durch die Motorenfertigung, eine tolle Gelegenheit für Gießer, einmal den weiteren Weg der gegossenen Kurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Co. zu verfolgen. Zudem durfte die Agifa-Gruppe ausnahmsweise auch die Gießerei besichtigen, in der Abgussgewichte von bis zu 110 Tonnen keine Seltenheit darstellen. Erfreulicherweise nahm sich auch hier das Team der Werksführer viel Zeit und stellte sich beim Mittagessen in der ausgezeichneten Werkskantine den Fragen der GI-Studenten.


Die Exkursionsgruppe bei der Carolinenhütte bei Kallmünz

Anschließend setzte sich der Bus wieder in Richtung Aachen in Bewegung, wo die Exkursion am späten Abend ihr Ende fand. Etwas erschöpft von der langen Heimfahrt, aber um viele wertvolle Einblicke reicher, schauten die Teilnehmer auf eine äußerst abwechslungsreiche Woche zurück. Hinsichtlich Gusswerkstoffe, Verfahren, Bauteilgrößen, Anwendungsfelder und Unternehmensformen wurde auf der diesjährigen Exkursion eine besonders große Bandbreite abgedeckt. Möglich gemacht wurde die gesamte Veranstaltung nicht zuletzt von den zahlreichen Unterstützern in den besuchten Betrieben, die die Gruppe umfangreich und mit großem Aufwand betreuten. Für diesen wertvollen Beitrag zur Gießerei-Nachwuchsförderung auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankesschön an alle Unterstützer.

Absolventen- und Doktorandenseminar 2015

Vom 18. bis 20. März 2015 fand das siebte hochschulübergreifende Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik in Aachen statt. Auch in diesem Jahre stellte sich die Veranstaltung als Kontaktplattform zum fachlichen Austausch und der Vertiefung bestehender Kontakte für Jungingenieure der Gießereitechnik dar. Unter der Schirmherrschaft des Aachener Gießerei-Instituts sowie der Sponsoren OTTO JUNKER GmbH und MAGMA Gießereitechnik GmbH nahmen 23 Doktoranden und Absolventen von sechs Universitäten und Forschungseinrichtungen teil. Weiterhin waren Doktoranden und Mitarbeiter der OTTO JUNKER GmbH, MAGMA Gießereitechnik GmbH und der Volkswagen AG anwesend:

  • RWTH Aachen, Gießerei-Institut
  • TU Bergakademie Freiberg, Gießerei-Institut
  • TU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
  • Universität Magdeburg, Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung Bereich Ur- und Umformtechnik
  • Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Technologie der Metalle
  • DLR Köln
  • MAGMA Gießereitechnik GmbH, Aachen
  • Otto Junker GmbH, Simmerath/Lammersdorf
  • Volkswagen AG, Wolfsburg

Die Veranstaltung begann am Mittwochmittag am Gießerei-Institut, wo nach einem kleinen Mittagsimbiss mit den Vorträgen der Seminarteilnehmer, welche in insgesamt 10 Fachvorträgen über aktuelle Forschungsthemen rund um das Gießereiweisen berichteten. Am Abend versammelten sich ca. 70 Gäste in der Aachener Gießerburse, um im Rahmen des so genannten Bursenabends, einem monatlich stattfindenden Vortragsabend mit Fachvorträgen aus Industrie und Forschung, den Ausführungen von Herrn Dr. Carsten Kuhlgatz der Hüttenes Albertus Chemische Werke GmbH beizuwohnen. Dies sollte auch einen angemessenen Rahmen zur Ehrung der besten Vortragenden des Absolventen- und Doktorandenseminars darstellen. Die Gewinner waren:

Platz 1.Maike BeckerDLR Köln
Platz 2.Patrick SaalTU München, utg
Platz 3.Florian HeilmeierTU München, utg

Der Donnerstagmorgen startete am Firmensitz der Otto Junker GmbH in Lammersdorf mit Vorträgen über die Firmengeschichte und die besondere Verbindung der RWTH Aachen mit der Otto-Junker-Stiftung sowie die neusten Entwicklungen in den Bereichen Induktionsofentechnologie und Stahlguss. Im Anschluss wurde eine interessante Betriebsführung durch sämtliche Produktions- und Entwicklungsabteilungen der Stahlgießerei gestaltet. Gestärkt durch einen kleinen Imbiss machten sich die Teilnehmer auf den Weg nach Aachen um im direkten Anschluss das Aachener Gießereikolloquium zu besuchen.

Das durch die Neugestaltung des Aachener Gießerei-Kolloquiums in seinem zeitlichen Ablauf etwas veränderte Absolventen- und Doktorandenseminar kann auch in diesem Jahr als erfolgreiche Plattform zum wissenschaftlichen Austausch sowie der Pflege und des Knüpfens von Kontakten innerhalb des wissenschaftlichen Nachwuchses der Gießereibranche bewertet werden.



Abbildung 1: Sieger des Absolventen- und Doktorandenseminar 2015

41. Aachener Gießerei-Kolloquium am 19. und 20. März 2015

Das Gießerei-Institut und die Aachener Gießer-Familie e.V. laden Sie herzlich zum 41. Aachener Gießerei-Kolloquium am 19. und 20. März 2015 ein.

Aktuelle Entwicklungen der Gießereibranche gezielt beleuchten – Unter dieser Prämisse präsentiert sich das Aachener Gießerei-Kolloquium ab 2015 in einem neuen Format. Der neue, pünktlich zum Frühlingsanfang wiederkehrende Termin, liegt jeweils in der 3. Märzwoche. Die zweitägige Veranstaltung ermöglicht eine fokussierte und facettenreiche Abbildung eines Schwerpunktthemas durch hochklassige Vorträge aus der Gießereiwelt und angrenzenden Branchen. Jährlich wechselnde Kombinationen aus prozess-, werkstoff- und branchenspezifischen Inhalten schaffen eine Plattform für den zielgerichteten Austausch und schärfen das Profil zukünftiger Herausforderungen. 2015 steht das 41. Aachener Gießereikolloquium im Zeichen innovativer Leichtmetallanwendungen.

Für weitere Informationen sowie die Anmeldung zu der Veranstaltung besuchen Sie bitte http://aachener-giessereikolloquium.de/.

Ab 2015 präsentiert sich das Aachener Gießerei-Kolloquium, welches zahlreichen Gießern bisher als eintägige Veranstaltung im Dezember bekannt war, in einem neuen Format. Unter der Prämisse – Aktuelle Entwicklungen der Gießereibranche gezielt beleuchten -, findet die zweitägige Veranstaltung mit jährlich wechselnden Schwerpunktthemen zukünftig in der 3. Märzwoche statt.
Am 19. und 20. März folgten über 170 Teilnehmer der Einladung zur ersten Veranstaltung nach der Neustrukturierung, die ganz im Zeichen innovativer Leichtmetallanwendungen stand. Der inhaltliche Schwerpunkt wurde von den Veranstaltern jenseits von Großserienferti-gung und Automobilindustrie gewählt, stattdessen spannte das Vortragsprogramm eine Brü-cke von den besonderen gießereitechnischen Herausforderungen hochdynamischer Klein- und Mittelserienprozesse zu den daraus erwachsenden, branchenübergreifenden Anforderungen entlang der Wertschöpfungsachse Lieferant – Gießer – Kunde, etwa im Maschinen- und An-lagenbau.
An die Begrüßung des Gastgebers und Institutsleiters des Gießerei-Instituts, Professor Büh-rig-Polaczek, schloss sich zunächst ein Branchenüberblick über die Gießereiindustrie und den deutschen Maschinenbau als Abnehmerbranche für Gusserzeugnisse an. Dr. Wiesenmüller berichtete in seiner Funktion als VDG-Präsident von aktuellen Gießerei-Kennzahlen und zeichnete das Portrait einer vielseitigen und leistungsfähigen Branche. Abgerundet wurde der Überblick durch den Vortrag des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau). Dr. Gernandt und Herr Hild stellten die Ergebnisse einer kooperativen Studie des VDMA und der Consultingfirma McKinsey unter dem Titel „Zukunftsperspektive deutscher Maschinen-bau – Erfolgreich in einem dynamischen Umfeld agieren“ vor.
Nach der folgenden Pause, die viele Teilnehmer für die ersten Fachgespräche mit bekannten und neuen Kontakten nutzten, kamen in der Vortragssession „Weiterentwicklung von Bautei-len“ besonders Gießereipraktiker auf Ihre Kosten. Zunächst beleuchteten Dr. Dieckhues (Ohm & Häner Metallwerk) und Herr Grunau (GSM Maschinentechnik) ein gemeinsam umgesetztes Erfolgsprojekt in Ihrem Vortrag „Entwicklung eines dynamisch hochbelasteten Struktur-bauteils für Großbohrgeräte aus der hochfesten Legierung AlCu4Ti“, bevor Herr Friedrichsen von der HAL Aluminiumguss Leipzig GmbH über unterschiedliche Herangehensweisen bei der Projektinitiierung und Umsetzung im Aluminiumgroßguss referierte. Im Rahmen des Vor-trags „F&E und Engineering-Leistungen als Erfolgsfaktor? – Beispiele aus der Praxis“ wurden unter anderem die synergetischen Effekte der Bündelung von Gießerei- und Konstruktions-kompetenz eindrucksvoll herausgearbeitet. Mit Herrn Röders (G.A. Röders GmbH & Co.KG) Beitrag „Druck für die Kleinserie – Anforderungen vom Formenbau bis zur flexiblen Ferti-gung“ wurde der erste Veranstaltungstag mit hochinteressanten Einblicken in die flexible Fer-tigung außergewöhnlicher Druckgussteile in Klein- und Mittelserie beschlossen.
Das Auditorium, welches insbesondere die erfreuliche Offenheit aller Referenten mit interes-sierter Diskussion honorierte, fand sich nach der AGIFA-Mitgliederversammlung zur Fortset-zung des Austausches zum Gießerabend in entspannter Atmosphäre zusammen. Dieser fand erstmals in den Räumlichkeiten des Stadtpalais der Erholungs-Gesellschaft Aachen satt und bildete einen gebührenden Rahmen für die teils bis in die späten Abendstunden andauernden Gespräche.
Etwaige Müdigkeit zu Beginn des zweiten Tages verflog jedoch spätestens mit dem Auftakt-vortrag „Druckguss-Rahmen für die Solarindustrie – Die Herausforderungen bei der Realisie-rung eines der größten Druckgussteile der Welt“, gehalten von Herrn Schmidt (DGS Druck-guss-Systeme AG). Eindrucksvoll wurde den Teilnehmern der Verlauf des preisgekrönten eidgenössischen Projektes nähergebracht.
Im abschließenden Themenblock „Werkstoff, Metallurgie & Prozessgrundlagen“ referierte anschließend Professor Schumacher (Österreichisches Gießerei-Institut) zum Thema „Einfluss von Spurenelementen auf die Veredelung und die Größe von eutektischen Körnern in Al-Si Legierungen“ und demonstrierte dabei anschaulich die Wirkung verschiedener Veredler auf kristallographischer Ebene und die heutigen Möglichkeiten bezüglich der dazu verwendeten bildgebenden Analytik. Es folgte der Beitrag „AlSi7Mg0.3Cu für Fahrwerksteile? Wärmebe-handlung, Gefüge- und Korrosionseigenschaften“ in dem Herr Heusler von der Hydro Alumi-nium Deutschland GmbH die Frage aufwarf, ob sich unter Verwendung kupferhaltiger Legie-rungen, ökonomische Vorteile bei gleichzeitig tolerierbaren Festigkeits- und Korrosionseigen-schaften der Bauteile erzielen lassen. Die vorgestellten Untersuchungen mit dem Bestreben, Wärmebehandlungsschritte ganz oder teilweise einsparen zu können, sind vielversprechend und werden in Abstimmung mit Partnern aus der Automobilzuliefererbranche fortgeführt. Einen aktuellen Trend, welcher derzeit die gesamte Gießereibranche betrifft, wurde dem Au-ditorium von Professor Bührig-Polaczek (Gießerei-Institut der RWTH Aachen) nähergebracht. Anhand des Vortrages „Präzision in Guss – Grundlagen zur Gussteilfertigung von Bauteilen mit reduziertem Verzug“ wurde unter anderem die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung bestehender thermomechanischer Datenbanken aufgezeigt, um die bereits heute gegebenen und zukünftig zu erwartenden, gestiegenen Möglichkeiten der hochpräzisen Prozessführung auch tatsächlich ausschöpfen zu können. Zur Analyse und Abbildung von Spannungs- und Verzugsausbildung von Kokillen- und Druckgussbauteilen ist das Gießerei-Institut seit Herbst 2014 daher am DFG-geförderten Sonderforschungsbereit 1120 „Präzision aus Schmelze“ mit zwei Teilprojekten beteiligt.
Im abschließenden Vortrag „Moderne Induktionsofentechnik zum Recyceln von feinstückigen Schrotten“ informierte Dr. Schmitz (Otto Juncker GmbH) die Zuhörerschaft über erfolgreich im Einsatz befindliche Induktionsöfen zum Inhouse-Recycling feinstückigen Aluminium-kreislaufes. Im Fokus der Ausführungen stand insbesondere die vom Energieeintrag unabhän-gig regelbare Badbewegung, die offensichtliche Vorteile zur flexiblen und somit bedarfsge-rechten metallurgischen Behandlung von Al-Schmelzen mit sich bringt.
In seinem Schlusswort zog Gastgeber Professor Bührig-Polaczek ein positives Fazit der ver-gangenen eineinhalb Tage und dankte allen Anwesenden für den Zuspruch zu der neustruktu-rierten Veranstaltung, der durch die stabile Teilnehmerzahl trotz des neuen Termins unter-mauert wurde. Ein besonderer Dank ging an die Industriesponsoren Otto Junker GmbH, MAGMA Gießereitechnologie GmbH, Nemak und die Hüttenes Albertus Chemische Werke GmbH, die mit ihren großzügigen Spenden das im Vorfeld der Hauptveranstaltung mittler-weile etablierte Doktorandenseminar und die Teilnahme zahlreicher studentischer Nach-wuchskräfte am Kolloquium ermöglichten.

Kolloquium zu Ehren von Univ. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Peter R. Sahm 2014

Kolloquium der Schüler, Mitarbeiter und Freunde zu Ehren von Univ. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Peter R. Sahm Am 4. Dezember 2014
Die Aachener Gießer-Familie e.V. und die Leitung des Gießerei-Instituts laden Sie herzlich zum Kolloquium der Schüler, Mitarbeiter und Freunde zu Ehren von Univ. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Peter R. Sahm ein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Austausch von Erlebnissen und Erinnerungen aus der gemeinsamen Zeit mit Professor Sahm. Dabei werden wir auch Vieles aus seinem persönlichen und wissenschaftlichen Wirken erfahren. Und der Blick soll nach Vorne gehen und zeigen, wie weit Prof. Sahm Vieles voraus gedacht hat.

Herbstexkursion 2014

Als liebgewonnene Tradition machte sich im Herbst 2014 erneut eine Gruppe von 20 Studierenden unter Begleitung von vier Doktoranden des Gießerei-Instituts auf den Weg, um die Gießereipraxis in Unternehmen der näheren Umgebung näher kennenzulernen. Mit den Firmen Grunewald GmbH & Co. KG in Bocholt und der Siempelkamp Gießerei GmbH in Krefeld wurden im Rahmen dieser Exkursion zwei unterschiedliche Welten der Gießereibranche besichtigt. Während die Grunewald GmbH & Co. KG Aluminium- und Gusseisenbauteile in Kleinstserie für Prototypen der Automobilindustrie fertigt, konnte bei der Siempelkamp Gießerei GmbH die Pro-duktion schwerster Eisengusskomponenten für den Maschinen- und Anlagenbau bestaunt werden. Von diesen Impressionen beeindruckt ging die Fahrt im An-schluss zurück nach Aachen, wo der Tag auf Einladung der AGIFA einen geselli-gen Ausklang.

Herbstexkursion 2013

Jedes Jahr, wenn sich selbiges dem Ende zuneigt, wagen die Aachener Gießerei-studenten den Blick über den universitären Tellerrand, um ihr zukünftiges Berufsfeld, insbesondere unter gießereitechnischen Aspekten, näher kennen zu lernen. Am Donnerstag den 31. Oktober machte sich also eine Gruppe von 20 Studenten und zwei Doktoranden in Aachen auf und begab sich per Bus nach Mettmann, um dort die Firma Georg Fischer GmbH zu besichtigen. Hier konnte die hochmoderne Fertigung von Automobilkomponenten in GJS mit allen zugehörigen Prozessen wie Schmelzerei samt Kupolofen oder Kernfertigung besichtigt werden.

Im Anschluss an den Besuch bei Georg Fischer ging es zur Mittagszeit weiter nach Mühlheim an der Ruhr und zur Firma Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH. Hier konnten die Studenten sowohl die Stahl- als auch die Eisengießerei bestaunen. In ersterer werden Stahlgussteile für verschiedenste Anwendungen etwa aus dem Bereich Mobilität, Bergbautechnik, Offshore-Technik etc. mit Stückgewichten bis zu einigen Tonnen hergestellt. Die Eisengießerei, welche GJS und GJL in sämtlichen Güten anbietet, fertigt Gussteile bis über 100 Tonnen insbesondere für energietechnische Zwecke sowie für den Maschinen- und Anlagenbau.

Pfingstexkursion 2013

AGIFA-Pfingstexkursion nach Süddeutschland (21. – 24. Mai 2013) – ein Exkursionsbericht des Studenten Simon Heupel

Wie jedes Jahr wurde auch 2013 für die Studierenden am Gießereiinstitut der RWTH Aachen in der Pfingstwoche eine mehrtägige Exkursion angeboten. Die Reiseroute lag im Südwesten Deutschlands und erstreckte sich von der Eifel bis zum Bodensee. Ausgangspunkt der Exkursion war die frühe Abfahrt am Dienstagmorgen vom Aachener Gießerei-Institut nach Prüm-Weinsheim in die Eifel, wo für uns 25 Studie-renden, vier wissenschaftliche Mitarbeiter und unseren Professor die Besichtigung der Magnesium-Druckgießerei der Andreas Stihl AG & Co. KG anstand. Die Produktpalette der Firma Stihl beinhaltet sämtliche motorbetriebenen Handgeräte für die Forst-, Land- und Bauwirtschaft, für die in Prüm-Weinsheim ein breites Spektrum von Magnesiumbauteilen im Druckguss hergestellt wird. Die Führung durch das Werk hat es uns ermöglicht den Herstellungsprozess der Bauteile von der Massel über die mechanische Bearbeitung bis zur Lackierung zu beobachten. Im Anschluss an die Werksbesichtigung und die anschließende Fragerunde, in der alle offenen Fragen detailliert beantwortet wurden, ging die Reise weiter in Richtung Saarland.


Bild 1: Gruppenfoto bei der Andreas Stihl AG & Co. KG in Prüm-Weinsheim

In Dillingen an der Saar bot sich für uns die Möglichkeit die Aluminium Sandgießerei der Firma Nemak zu besichtigen, in der größtenteils Zylinderkurbelgehäuse für nahezu alle namenhaften Automobillisten hergestellt werden. Bei der Führung durch das Werk konnten wir ausgiebige Einblicke in die weitgehend automatisierte Fertigung von Zylinderkurbelgehäusen im Kernpaketverfahren gewinnen. Auch hier wurden anschließend offene Fragen fachkundig beantwortet. Durch die großzügige Einladung der Firma Nemak, konnten wir im Anschluss an die Führung den Abend in einem ortsansässigen Brauhaus ausklingen lassen.

Am Mittwochmorgen ging unsere Reise weiter in Richtung Neckersulm zur Besichti-gung der Gießerei der Firma Kolbenschmidt. Leider konnten wir, aufgrund einer mehrstündigen Vollsperrung auf der Autobahn, diesen Termin nicht wahrnehmen. Nachdem die Vollsperrung aufgelöst wurde und die Weiterfahrt möglich war, steuer-ten wir unser nächstes Ziel, die Gießerei der Daimler AG in Esslingen-Mettingen, an. In dem dortigen Werk konnten wir uns die Magnesium-Druckguss-Produktion für Strukturbauteile im Automobilbereich anschauen. Dort konnten wir auch alle Fragen zu den großvolumigeren Bauteilen aus Magnesium loswerden. Nach Ab-schluss der Besichtigung bei der Firma Daimler AG ging die Reise weiter in unsere Unterkunft in Stuttgart. Der zweite Abend wurde mit einem gemeinsamen Abendessen in der Innenstadt eingeleitet und es blieb dem einen oder anderen noch ausreichend Zeit das studentische Nachtleben in Stuttgart zu erkunden.


Bild 2: Gruppenfoto bei der der Daimler AG in Esslingen-Mettingen

Der Donnerstagmorgen begann mit der Weiterreise zur Georg Fischer Automotive AG nach Singen, in der eine breite Produktpalette von Bauteilen für die Automobilindustrie hergestellt wird. Die umfangreiche Werksführung reichte vom Kupolofen bis zum fertigen Produkt und hat uns faszinierende Eindrücke aus dem Bereich der Eisengießerei geboten. Zudem bot sich uns die Möglichkeit verschiedene Formherstellungsverfahren im Bereich des Sandgusses aus nächster Nähe zu beobachten.


Bild 2: Gruppenfoto bei der Georg Fischer Automotive AG in Singen

Im Anschluss an die Besichtigung bei GF hieß unser nächstes Ziel die ZF Friedrichshafen AG in Friedrichshafen, die eine der führenden Firmen für die Herstellung von Schalt- und Automatikgetrieben ist. Bei der Führung durch das Werk war es uns möglich interessante Einblicke in den Bereich der Getriebetechnik und Montage zu bekommen. Nach Beendigung der Werksführung ging es für uns, auf Einladung der AGIFA, in die Innenstadt von Friedrichshafen zum gemeinsamen Abendessen, wo in geselliger Runde das Abendprogramm eingeläutet wurde.

Am Freitag hieß unser Reiseziel die SHW Casting Technologies GmbH in Wasseralfingen, welche Zylinderkurbelgehäuse für Schiffs- und Kraftwerksmotoren aus Gusseisen mit Gießgewichten bis zu 100 t herstellt. Die beeindruckende Größe der Kerne, Schmelzaggregate und Gussteile boten uns auch einen Einblick in den Bereich des Großgusses. Nach der abschließenden Fragerunde in dem firmeneigenen Museum endete die diesjährige Pfingstexkursion mit der Rückfahrt nach Aachen.

An dieser Stelle möchte ich, stellvertretend für alle mitgereisten Studenten, ein herz-liches Dankeschön an die AGIFA, die Firmen und die Organisatoren für diese ausgesprochen gelungene und lehrreiche Exkursion richten, die uns für unsere persönliche Entwicklung richtungsweisende Einblicke in die industriellen Bereiche ermöglicht hat.

Absolventen- und Doktorandenseminar 2012

Vom 4. bis 6. Dezember 2012 fand das fünfte hochschulübergreifende Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik in Aachen statt. Auch in diesem Jahre stellte sich die Veranstaltung als Kontaktplattform zum fachlichen Austausch und der Vertiefung bestehender Kontakte für Jungingenieure der Gießereitechnik dar. Unter der Schirmherrschaft des Aachener Gießerei-Instituts sowie der Sponsoren OTTO JUNKER GmbH und MAGMA Gießereitechnik GmbH nahmen 16 Doktoranden und Absolventen von sieben Universitäten und Forschungseinrichtungen teil. Weiterhin waren Doktoranden und Mitarbeiter der OTTO JUNKER GmbH, MAGMA Gießereitechnik GmbH und der Volkswagen AG anwesend:

  • RWTH Aachen, Gießerei-Institut
  • TU Bergakademie Freiberg
  • TU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
  • TU Clausthal, Institut für Metallurgie
  • Leibnitz Universität Hannover, Institut für Werkstoffkunde
  • MAGMA Gießereitechnik GmbH
  • Volkswagen AG, Wolfsburg

Die Veranstaltung begann am Mittwochnachmittag am Firmensitz der OTTO JUNKER GmbH in Lammersdorf mit Vorträgen über die Firmengeschichte und die besondere Verbindung der RWTH Aachen mit der Otto-Junker-Stiftung sowie die neusten Entwicklungen in den Bereichen Induktionsofentechnologie und Stahlguss. Im Anschluss wurde eine interessante Betriebsführung durch sämtliche Produktions- und Entwicklungsabteilungen der Stahlgießerei und des Induktionsofenbaus gestaltet. Im weiteren Verlauf des Abends luden die Sponsoren zu einer Stadtführung in die traditionsreiche Eifelstadt Monschau ein. Bei Speis und Trank wurde der Abend in Monschau in geselliger Runde ausklingen gelassen und mit einer Übernachtung abgerundet.

Am nächsten Morgen, nachdem alle Teilnehmer wieder wohlbehalten in Aachen angekommen waren, startete das eigentliche Seminar mit Vorträgen rund um das Gießereiwesen in den Räumlichkeiten des Gießerei-Instituts. Insgesamt wurden acht sehr interessante Fachvorträge zu aktuellen Themenstellungen aus Forschung und Entwicklung im Gießereiumfeld gehalten. Die Wahl der besten Präsentationen des Absolventen- und Doktorandenseminars am Nachmittag rundete den Vortragstag ab.
Am Abend versammelten sich ca. 60 Gäste in der Aachener Gießerburse, um im Rahmen des so genannten Bursenabends, einem monatlich stattfindenden Vortragsabend mit Fachvorträgen aus Industrie und Forschung, den Ausführungen von Herrn Peter Mikoleizik der Siempelkamp GmbH Co. KG zum Thema „Schwerst- und Großgussteile in Gusseisen mit Kugelgraphit“ beizuwohnen. Dies sollte auch einen angemessenen Rahmen zur Ehrung der besten Vortragenden des Absolventen- und Doktorandenseminars darstellen. Die Gewinner waren:

Platz 1.Georg BaumgartnerTU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
Platz 2.Sebastian HellfeierTU Clausthal, Institut für Metallurgie
Platz 3.Thomas BrenkerRWTH Aachen

Nachdem der Abend bei Speis, Trank und angeregter fachlicher Diskussion gemütlich zum Abschluss kam, konnten die Teilnehmer am Freitag das traditionelle AGIFA-Symposium am Aachener Gießerei-Institut besuchen. In diesem Rahmen bekam der Erstplatzierte die Gelegenheit seinen Vortrag von Vortag noch einmal einem breiten Fachpublikum vorzustellen.

Zusammenfassend kann das Absolventen- und Doktorandenseminar wie in den Vorjahren als erfolgreiche Plattform zum wissenschaftlichen Austausch sowie der Pflege und des Knüpfens von Kontakten innerhalb des wissenschaftlichen Nachwuchses der Gießereibranche bewertet werden.

Herbstexkursion 2012

Wie in den Jahren zuvor, bot die Aachener Gießer-Familie e.V. auch im Herbst 2012 zwei Exkursionen an. Während die angehenden Wirtschaftsingenieure erneut die Friedrichs Wilhelms-Hütte in Mühlheim a. d. Ruhr und die Ferrostaal GmbH in Essen besuchten, verschlug es die Studenten des Werkstoffingenieurwesens in das beschauliche Sauer- und Siegerland. Hier statteten sie der Martinrea Honsel GmbH sowie der Gontermann-Peipers GmbH einen Besuch ab.

Die Studenten wurden allerorts herzlichst empfangen und konnten in ausführlichen und hoch interessanten Werksführungen Einblicke in sämtliche Bereiche von Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung erhalten. Hierbei kamen weder Gießverfahren noch Gusswerkstoffe zu kurz, sodass ein weiter Blick über Fertigungsverfahren und eingesetzte Werkstoffe erhalten wurde. Die Exkursion der Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens wurde darüber hinaus durch Ausführungen im kaufmännischen Bereich bereichert.

Im Anschluss trafen sich alle Teilnehmer wieder in Aachen und ließen den Abend gemütlich in der Vielharmonie in der Pontstraße ausklingen.
An dieser Stelle möchte sich die Aachener Gießer-Familie erneut herzlichst bei allen beteiligten Firmen und deren sehr zuvorkommenden Mitarbeitern bedanken. Einblicke wie diese in den Arbeitsalltag der deutschen Gießereibranche sind für den Nachwuchs der Gießereiingenieure unendlich wertvoll und treffen jedes Jahr auf großes Interesse.

Pfingstexkursion 2012

AGIFA-Pfingstexkursion nach Schweden (29. Mai – 01. Juni 2012) – ein Exkursionsbericht des Studenten Kilian Schwalb

Jedes Jahr an Pfingsten führt die AGIFA Exkursionen zu Gießereien abwechselnd in Europa und Deutschland durch. Alle 2 Jahre geht es weiter weg, so ging es 2012 nach Südschweden. Es begann am Pfingstdienstag um 4 Uhr morgens am GießereiInstitut. Von dort sind wir mit dem Bus nach Düsseldorf zum Flughafen gefahren. Nach der Gepäckaufgabe und der Sicherheitsüberprüfung konnten wir pünktlich um 6.45 Uhr mit dem Flieger Richtung Stockholm abheben. Nach ca. 1 ½ Stunden landeten wir bei erfrischenden 14 °C in Stockholm. Nach kurzer Zeit hatte jeder seinen Koffer zurückbekommen und Geld abgehoben. Am Geldschalter wurden wir dann von unserem Busfahrer, Åke, entdeckt der uns zu unserem Bus führte. Hier gab es dann die erste freudige Überraschung – der Reisebus hat Internet über Wlan an Bord und das war sogar relativ schnell, auch auf dem Land.
Nach dem Einladen des Gepäcks in den Bus sind wir nach Katrineholm zu SKF Mekan gefahren. Hier gab es in der Schulkantine in direkter Nachbarschaft zum Werk Mittagessen. Anschließend hat uns der Entwicklungschef von SKF Mekan die Firma gezeigt. Hierbei gab es einige Dinge die bei Firmenpräsentationen neu für uns waren. So wurden wir am Anfang erst mal gefragt was wir denn überhaupt erwarten würden und gerne sehen möchten. Nach einer kurzen Einführung in den Konzern wurden wir in Gruppen aufgeteilt und durch das Werk geführt. SKF Mekan stellt Stehlagergehäuse aus Gusseisen her. Im Werk wird eine DISA-Anlage im Zweischicht- und eine Rüttel-Press-Formanlage im Einschichtbetrieb betrieben. Weiterhin unterhält SKF Mekan eine Handformerei für Kleinserien und Prototypen. Im Anschluss an die Führung wollte der Entwicklungschef dann wissen, was uns in der Firma aufgefallen ist und was verbessert werden könnte, als sogenanntes Gastgeschenk.


Bild 1: Gruppenfoto von den Exkursionsteilnehmern bei SKF Mekan AB in Katrineholm

Nach der Werksführung sind wir nach Jönköping gefahren und haben dort in einer kleinen Jugendherberge, direkt an einem See gelegen, übernachtet. Der Abend war noch jung und direkt neben dem Hotel war ein gut gepflegter Fußballplatz. Nach kurzem Ausflug zum nächsten Supermarkt, ein Ball musste besorgt werden, konnten wir den Schweden zeigen wie man Fußball spielt.


Bild 2: Die Topspieler des Gießerei-Instituts in der Vorbereitung auf die EM

Am nächsten Morgen sind wir nach kurzer Fahrt in Jönköping bei Swerea SWECAST angekommen. Hier wurden wir von Mats Holmgren begrüßt, der uns die Schwedische Gießereiindustrie erklärt und sein Forschungs-Institut gezeigt hat. Herr Holmgren hatte im Vorfeld der Exkursion Kontakte zu Gießereien in Schweden vermittelt, wofür wir uns nochmals recht herzlich bedanken möchten. Nach dem Besuch von SWECAST stand die Firma Tenhults Pressgjuteri AB auf dem Programm. Die Tenhults Gießerei ist eine Druckgussgießerei die Zink und Aluminiumteile herstellt. Hier sind uns einige pfiffige Prozessschritte aufgefallen. So wird eine Stanze mit einem Besen gereinigt der an einem Angusssystem befestigt ist. Nachdem das Bauteil gestanzt wurde packt der Roboter den Besen am Angusssystem und fegt die Stanze sauber.


Bild 3: Maschinensäuberung mal anders

Zum Mittagessen wurden wir von Tenhults in einem nahe gelegenen Gasthaus, direkt an einem See gelegen, eingeladen. Die Zeit nachmittags verbrachten wir im Bus, wir mussten Göteborg erreichen. Hier übernachteten wir etwa 10 Minuten außerhalb der Innenstadt in einem idyllischen Bungalowpark. In Göteborg bekamen wir von einem Stadtführer, Herbert, die Stadt gezeigt. Zum Abendessen hat die AGIFA in einem typisch schwedischen Restaurant eingeladen. Anschließend wurde die Stadt auf eigene Faust erkundet.
Donnerstagmorgens hieß es früh aufstehen, wir mussten nach Skövde zu Volvo Power Train. Volvo Power Train stellt Motoren für Nutzfahrzeuge her und hat 2010 eine der modernsten Gießereien für Gusseisen weltweit gebaut. Die Gießerei ist fast vollständig automatisiert, pro Schicht gibt es 15 Mitarbeiter, welche 80.000 Zylinderköpfe pro Jahr fertigen. Interessant ist, dass die Formen mit einem Kühlsystem gekühlt werden und damit ein für GJL besonders festes Gefüge erreicht wird. In der Gießerei sind fast alle Prozessschritte eingehaust, aufgrund dessen ist es sehr sauber in der Werkshalle. Auch hier wurden wir zum Mittagessen in der Werkskantine eingeladen.
Nachmittags besuchten wir Åkers AB, eine der ältesten Firmen Schwedens. Von 1580 an wurden erst Kanonenkugeln, dann Kanonen und seit 150 Jahren Walzrollen gegossen. Die Produktion war an diesem Tag leider schon gelaufen, wir haben dennoch einen guten Überblick über die Firma und Ihre Produktionstechniken bekommen.


Bild 4: Maschinensäuberung mal anders

Abends sind wir in Stockholm angekommen und haben den Abend individuell verbracht. Ein zweiter Hinweis, dass man im Norden ist: Um 23 Uhr wurde es Dunkel und um 3 Uhr morgens wieder hell. Leider hat es in Stockholm den ganzen Abend und darauf folgenden Tag geregnet. Der guten Stimmung hat das aber nicht geschadet. Freitagmorgens ist die Gruppe Richtung Vasa-Museum und anschließend Richtung Technikmuseum aufgebrochen. Abends sind wir dann nach Düsseldorf zurück geflogen.
Dass die vier Tage so schön und interessant verlaufen sind, haben wir Sebastian Fischer, Olaf Middelmann, Gabriel Schenke und David Joop zu verdanken, die diese Fahrt toll organisiert und sympathisch durchgeführt haben. Dafür im Namen der Teilnehmer ein herzliches Dankeschön.

Darüber hinaus bedankt sich die Aachener Gießer-Familie e.V. herzlichst beim Verein Deutscher Gießereifachleute (VDG) für die großzügige finanzielle Unterstützung der diesjährigen Pfingstexkursion.