Absolventen- und Doktorandenseminar 2011

Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik 2011 in Aachen

Vom 30. November bis 1. Dezember 2011 fand das vierte hochschulübergreifende Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik in Aachen statt. Auch dieses Jahr bestand das Ziel der Veranstaltung darin, eine Kontaktplattform für Jungingenieure der Gießereitechnik zu schaffen, bestehende Kontakte zu vertiefen und einen fachlichen Austausch zu fördern. Das Seminar fand unter der Schirmherrschaft des Aachener Gießerei-Instituts und den Sponsoren, der OTTO JUNKER GmbH und der MAGMA Gießereitechnik GmbH, statt. Es nahmen 24 Teilnehmer (Abbildung 1) verschiedener deutscher Hochschul-Institute, die im Bereich Gießereitechnik tätig sind, teil. Weiterhin waren Doktoranden der Montanuniversität Leoben in Österreich und der Firmen Volkswagen AG und Porsche GmbH anwesend:

  • Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung IFAM
  • Hochschule Aalen, Gießerei Technologie Aalen
  • TU Bergakademie Freiberg, Gießerei-Institut
  • TU Braunschweig, Institut für Füge- und Schweißtechnik
  • TU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
  • Universität Leoben, Lehrstuhl für Gießereitechnik
  • Universität Leoben, Lehrstuhl für Allgemeinen Maschinenbau
  • RWTH Aachen, Gießerei-Institut
  • Firma Porsche GmbH
  • Firma Volkswagen AG

Die Veranstaltung begann am Mittwochnachmittag am Firmensitz der MAGMA Gießereitechnologie GmbH in Aachen mit einem Seminar und Vorträgen über die Firmengeschichte und die Verbindung mit der RWTH Aachen. Im Weiteren wurden neue Entwicklungen und Forschungsergebnisse im Bereich der Gießsimulation vorgestellt und ein kurzes Seminar mit Magma 5 durchgeführt. Am Abend luden die Sponsoren zu einem geselligen Beisammensein mit Abendessen im Aachener Brauhaus Degraa ein.
Am nächsten Morgen startete das eigentliche Doktorandenseminar mit Vorträgen rund um die Gießereitechnik. Austragungsort war das Gästehaus der RWTH Aachen am Königshügel. Insgesamt wurden 15 sehr interessante Fachvorträge zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekten in der Gießereitechnik gehalten. Das Seminar endete am späten Nachmittag mit der Wahl der drei besten Vorträge durch die Teilnehmer.
Im Anschluss lud die Aachener Gießer-Familie e.V. (AGIFA) zum so genannten Bursenabend ein. Dabei handelt es sich um einen monatlich stattfindenden Vortragsabend, an dem Vertreter der Industrie über aktuelle Projekte aus der Praxis berichten. Dieses Mal referierte Herr Dr. Zeuner der KSM Castings GmbH über das Thema „Dynamisch belastete Fahrwerksteile aus Aluminium – Das KSM Castings Prozess-Spektrum im globalen Wettbewerb“.
Die gut besuchte Veranstaltung füllte das ehrwürdige Haus und bot den angemessenen Rahmen für die Preisverleihung der besten Präsentationen des Absolventen- und Doktorandenseminars. Die Gewinner waren:

Platz 1.Sebastian TewesRWTH Aachen
Platz 2.Sabine RedikMontanuniversität Leoben
Platz 3.Paul KainzingerMontanuniversität Leoben


Nach einer ausgedehnten Feier für die Gewinner hatten am Freitagmorgen alle Teilnehmer die Gelegenheit, dass traditionelle AGIFA-Symposium des Aachener Gießerei-Instituts zu besuchen. Der Erst- und der Zweitplatzierte des Seminars stellten hier ihre Forschungsprojekte erneut, diesmal jedoch einem breiteren Publikum, vor.
Als Ausrichter sind wir auch dieses Jahr mit dem großen Erfolg des Absolventen- und Doktorandenseminars der Gießereitechnik 2011 sehr zufrieden und bedanken uns bei allen Teilnehmern und Beteiligten.

Abbildung 1: Teilnehmer des Absolventen- und Doktorandenseminar 2011

Herbstexkursion 2011

Die AGIFA bot zum Herbst 2011 wie schon in 2010 zwei Exkursionen an, zum einen für angehende Werkstoffingenieure und zum anderen speziell für Wirtschaftsingenieure. Aufgrund des idealen fachlichen Zusammenspiels bezüglich des Besuches der Friedrich Wilhelms-Hütte in Mühlheim und der Ferrostaal GmbH in Essen wurden auch in 2011 die Wirtschaftsingenieure von diesen Stationen herzlich empfangen. Wie auch im letzten Jahr wurden den Teilnehmern anschaulich die Tätigkeiten der Firmen aufgezeigt.

Die Werkstoffingenieure besuchten die Albert-Hoffmann GmbH in Eschweiler, welche nach einer interessanten und sympathischen Führung die Aachener Mannschaft zum Italiener zum Mittagessen einlud. Danach besichtigten die Aachener Gießer die Eisenwerke Brühl GmbH, wo Ihnen eine ebenfalls sehr sympathische und prozess- sowie produktnahe Werksbesichtigung geboten wurde.

Im Anschluss an beide Exkursionen trafen sich alle Exkursionsteilnehmer im Aachener Zollhaus, wo die Erlebnisse bei Speis und Trank ausgetauscht und diskutiert wurden.

Pfingstexkursion 2011

Pfingstexkursion 2011

Die AGIFA-Pfingstexkursion führte 2011 22 Studierende und 2 Assistenten des Aachener Gießerei-Instituts vom 14.06. bis 17.06. in den Osten Deutschlands. Dabei wurde auf dem Weg in den Osten in Meschede und Kassel Halt gemacht. In Meschede besichtigten die Aachener Gießer die Firma Busch, welche unter anderem Bremsscheiben, Schwungräder und Getriebegehäuse herstellt. Dem folgte ein Besuch der VW-Leichtmetallgießerei in Kassel. Für eine Übernachtung am ersten Exkursionstag war die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt vorgesehen. Der zweite Exkursionstag begann mit einer Besichtigung der Firma Silbitz Guss bei Gera, in welcher die Aachener Mannschaft die Fertigung von hand- und maschinengeformten Eisen- und Stahlguss bestaunen konnte. Nach der Weiterreise wurde in Dresden Station gemacht und im Anschluss an einer Stadtbesichtigung ein gemeinsames Abendessen eingenommen. Die Ortrander Eisenhütte bot am vorletzten Exkursionstag DISAmatic-geformten Grau- und Sphäroguss. Die letzte Gießereistation stellten die Edelstahlwerke Schmees dar, welche neben Industrieprodukten auch Kunstguss in Stahl fertigen. Nach der durstig machenden Gießereibesichtigung wurden die Aachener Besucher in das Schmees Gasthaus „Zum Gießer“ eingeladen. Zum Abschluss der Exkursion wurde die Wartburg in Eisennach besichtigt.

Gruppenbild von den Besuchen der Aachener Gießer bei der Firma Silbitz Guss und bei den Edelstahlwerken Schmees.

Absolventen- und Doktorandenseminar 2010

Vom 1. bis 2. Dezember 2010 fand das dritte hochschulübergreifende Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik in Aachen statt. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, eine Kontaktplattform für Jungingenieure der Gießereitechnik zu schaffen und einen fachlichen Austausch zwischen diesen zu fördern. Das Seminar wurde unter der Schirmherrschaft des Aachener Gießerei-Instituts und den Sponsoren, der OTTO JUNKER GmbH und der MAGMA Gießereitechnik GmbH, durchgeführt. Es nahmen 30 Teilnehmer (Abbildung 1) verschiedener deutscher Hochschul-Institute, die im Bereich Gießereitechnik tätig sind, teil. Weiterhin waren Doktoranden der Montanuniversität Leoben in Österreich und der Firmen Volkswagen AG und Nemak Dillingen GmbH & Co.KG anwesend. Im Folgenden sind alle teilnehmenden Institute und Firmen aufgeführt.

  • Hochschule Aalen, Gießerei Technologie Aalen
  • TU Clausthal, Institut für Metallurgie, Arbeitsgruppe Gießereitechnik
  • TU Bergakademie Freiberg, Gießerei-Institut
  • Leibniz Universität Hannover, Institut für Werkstoffkunde
  • Universität Leoben, Lehrstuhl für Gießereitechnik
  • Universität Leoben, Lehrstuhl für Allgemeinen Maschinenbau
  • Universität Magdeburg, Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung, Bereich Ur- und Umformtechnik
  • Universität Siegen, Institut für Wirtschaftsinformatik
  • TU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
  • RWTH Aachen, Gießerei-Institut
  • Firma Nemak Dillingen GmbH & Co. KG
  • Firma Volkswagen AG

Die Veranstaltung begann am Mittwochnachmittag am Hauptsitz der Otto Junker GmbH in Lammersdorf mit Vorträgen über die Firmengeschichte und die besondere Verbindung der RWTH Aachen mit der Otto-Junker-Stiftung. Im Weiteren wurden neue Entwicklungen der Induktionsofentechnologie sowie Möglichkeiten und Herausforderungen im hochlegierten Stahlguss vorgestellt und diskutiert. Der Besuch endete nach einer interessanten Führung durch die Stahlgießerei und die Fertigungshallen für den Induktionsofenbau, Abbildung 2. Am Abend luden die Sponsoren zu einer Stadtführung in der Eifelstadt Monschau mit anschließendem Abendessen und Übernachtung ein.

Nach der Fahrt nach Aachen am nächsten Morgen startete das eigentliche Seminar mit Vorträgen rund um die Gießereitechnik. Austragungsort war das ehrwürdige Gästehaus der RWTH Aachen. Insgesamt wurden 15 sehr interessante Fachvorträge zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekten in der Gießereitechnik gehalten. Die einzelnen Vortragenden und Themen sind in Tabelle 1 aufgeführt. Das Seminar endete am späten Nachmittag mit der Wahl der drei besten Vorträge durch die Teilnehmer./p>

Im Anschluss lud die Aachener Gießer-Familie e.V. (AGIFA) zum so genannten Bursenabend ein. Dabei handelt es sich um einen monatlich stattfindenden Vortragsabend, an dem Vertreter der Industrie über aktuelle Projekte aus der Praxis berichten. Dieses Mal referierte Herr Dr. Wolf, Geschäftsführer des BGD, über das Thema „Die globale und nationale Entwicklung der Gießerei-Industrie“.
Mit zirka 80 Gästen bot der Bursenabend dann auch den angemessenen Rahmen für die Preisverleihung der besten Präsentationen des Absolventen- und Doktorandenseminars. Die Gewinner waren:

Platz 1.Bernd KujatLeibnitz Universität Hannover
Platz 2.Leopold MeierTU München
Platz 3.Xavier GibalaNemak Dillingen GmbH & Co.KG

Nachdem die Gewinner bei Speise und Trank ausgiebig gefeiert wurden, hatten am Freitagmorgen alle Teilnehmer die Gelegenheit das traditionelle AGIFA-Symposium des Aachener Gießerei-Instituts zu besuchen. Der Erst- und der Zweitplatzierte des Seminars stellten hier ihre Forschungsprojekte erneut, diesmal jedoch einem breiteren Publikum, vor.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik 2010, wie in den Vorjahren, ein voller Erfolg war. Es wurden viele neue Kontakte unter den Nachwuchs-Gießerei-Ingenieuren geknüpft und ein fachlicher Austausch auf den aktuellsten Forschungsgebieten der Gießereitechnik im deutschsprachigen Raum ermöglicht. Auf Grund der positiven Resonanz aller Teilnehmer wird auch 2011 ein Absolventen- und Doktorandenseminar stattfinden.

Abbildung 1: Teilnehmer des Absolventen- und Doktorandenseminar 2010 im Gästehaus der RWTH Aachen (Foto: R. Ramakrishnan)

Abbildung 2: Teilnehmer bei der Besichtigung der Otto Junker GmbH in Lammersdorf
(Foto: R. Ramakrishnan)

Tabelle 1: Vorträge und Referenten

„Untersuchung zur Reduzierung der Rissbildung und des Verzuges bei der Fertigung komplexer dünnwandiger Stahlgussteile
Evgeniy Voronin, TU Freiberg
  • Wärmebehandelndes Heißisostatisches Pressen
  • Michaela Brummer, TU München
  • Kinetik der Phasenumwandlung in ausferritischem Gusseisen (ADI)
  • Leopold Meier, TU München
  • Einflüsse auf das Ermüdungsverhalten von ausferritischem Gusseisen mit Kugelgraphit
  • Manuel Wohlfahrt, Universität Leoben
  • MnS-Ausscheidungen als wichtige Ausgangspunkte für die Graphitkeimbildung in GJL
  • Sebastian Hellfeier, Universität Clausthal
  • Einfluss der Legierungselemente und Gießparameter auf die eisenhaltigen intermetallischen Phasen in Al-Si Druckgusslegierungen
  • Christoph Demmin, Universität Clausthal
  • Warmrisseigenschaften von AlSi7MgCu-Legierungen in Abhängigkeit von Mg- und Cu-Gehalt
  • Salar Bozorgi, Universität Leoben
  • Simulationstechnische Untersuchungen des aluminothermischen Schweißens
  • Nataliia Tuchkova, Universität Magdeburg
  • Untersuchungen zum Einfluss des Gießverfahrens auf die Festigkeitswerte der Aluminiumlegierung bei der Serienfertigung eines ZKG
  • Stefan Scharf, Universität Magdeburg
  • Eingießen von metallischen Fremdoberflächen in Schwerkraft-Sandguss
  • Xavier Gibala, Nemal Dillingen
  • Zur Steuerung von Produktionsprozessen auf der Basis ereignisgetriebener Architekturen
  • Daniel Metz, Universität Siegen
  • Transplantation von strukturierten Beschichtungen auf Gussteile im Druckgussverfahren
  • Patrik Freytag, Universität Hannover
  • Herstellung von Stützstrukturen aus Magnesium im Feingussverfahren für Halswirbelsäulen
  • Bern Kujat, Universität Hannover
  • Design und Herstellung gradierter zellularer Endoprothesen und Leichtbaustrukturen
  • Elvira Ivanova, RWTH Aachen
  • Entwicklung eines hybriden Metall/Kunststoff-Druckgussverfahrens
  • Todor Stoyanov, RWTH Aachen

Herbstexkursion 2010

Die Aachener Gießer-Familie e.V. freut sich in diesem Jahr eine spannende Herbstexkursion anbieten zu können. Die Exkursion führt uns am 06.Oktober 2010 zur Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim an der Ruhr und danach zu MAN Ferrostaal in Essen.

Die Friedrich Wilhelms-Hütte ist eine Eisen- und Stahlgießerei und produziert Gussteile im Handformguss bis zu 160t Stückgewicht. Das Unternehmen hat eine lange und traditionsreiche Geschichte. Hier erfolgte 1849 erstmals die Herstellung von Roheisen in einem Hochofen, der mit Koks beschickt wurde. Das Unternehmen war bis 1998 Teil des Thyssen-Konzerns und gehört seit der Fusion von Thyssen und Krupp zur Georgsmarienhütte Holding GmbH. Im Bereich des Stahl- und Eisengusses werden Zylinderblöcke für Schiffsmotoren, Gehäuse für Gas- und Dampfturbinen und Rotornaben für Windenergieanlagen gefertigt.

MAN Ferrostaal ist ein weltweit tätiger Anbieter von industriellen Dienstleistungen mit jährlich rund 1,6 Mrd. € Umsatz und 4.400 Mitarbeitern. Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegen in der Projektentwicklung, im Projektmanagement, der Integration von Partnern und in der Systemintegration. So tritt die MAN Ferrostaal als Generalunternehmer im Anlagenbau in den Bereichen Petrochemie, Öl & Gas, Gas- und Solarkraftwerke oder Biokraftstoffe auf. Weiterhin ist sie Vertriebs- und Servicepartner für Hersteller und Betreiber von Maschinen und Systemen in den Bereichen Automobil, Druck und Verpackung, Piping und Ships.
Im Anschluss an die Firmenbesichtigungen ist der Besuch eines Duisburger Brauhauses geplant, bevor die Heimreise nach Aachen angetreten wird.

Die Herbstexkursion richtet sich an Studentinnen und Studenten im Bereich Werkstofftechnik, die sich im Hinblick auf eine Vertiefung im Hauptstudium, Bachelor- oder Masterstudium orientieren möchten.
Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenlos, es wird lediglich bei der Anmeldung eine Kaution in Höhe von 10,- € erhoben, die am Exkursionstag zurückerstattet wird.

Abfahrt:           06. Oktober 2010, um 07:00 Uhr am Gießerei-Institut, Intzestr. 5

Ankunft:          ca. 20.00 Uhr am Gießerei-Institut
Anmeldung und Fragen bitte an: Frau Thouet, Sekretariat Gießerei-Institut (3. Etage)

Pfingstexkursion 2010

AGIFA-Pfingstexkursion nach Italien (24.-28. Mai 2010) – ein Exkursionsbericht des Studenten Kilian Schwalb

Die Pfingstexkursion startete am Montag, den 24. Mai um 12 Uhr am Gießerei-Institut, von wo aus wir mit der Bahn nach Köln und dann weiter zum Flughafen Köln/Bonn gefahren sind. Dort angekommen, hieß es einchecken und darauf hoffen, dass uns die isländische Aschewolke keinen Strich durch die Rechnung macht. Nach dem passieren der Sicherheitsschleuse mussten wir noch ein wenig warten, bevor der Germanwings-Airbus Richtung Mailand abhob.

Nach dem Flug und einer einstündigen Busfahrt, waren wir nun endlich in Mailand. Der restliche Weg per U-Bahn und zu Fuß zum Hostel war nun nur noch ein Klacks.

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich 7 Uhr von unserem Busfahrer Bene begrüßt und die Fahrt in Richtung Alpen konnte angetreten werden. Die erste Station war Dongo, ein kleiner Ort am Comer See. Wir haben dort die Gießerei Fonderia Alluminio besucht. Nach einem kleinen Vortrag über die Gießerei wurden wir durch die Produktionshallen geführt und konnten uns die Lost-Foam-Technologie informieren. Die Firma Fonderie Alluminio stellt Teile für die Automobilindustrie her und produziert etwa 100.000 Tonnen pro Jahr.
Nach der Besichtigung spendierte uns die Gießerei noch ein Mittagessen in der firmeneigenen Kantine, einer Mensa in klein, dafür aber sehr lecker.

Da ursprünglich noch eine zweite Besichtigung für diesen Tag geplant war, diese aber ausgefallen ist, hatten wir den Nachmittag frei. Die Übernachtung war an diesem Tag in Bungalows auf einem Campingplatz direkt am Comer See im beschaulichen Städtchen Domaso vorgesehen. Der See lud dazu ein, sich ein wenig abzukühlen. Am Abend wanderte die gesamte Gruppe durch den historischen Ortskern hinauf auf einen Weinberg, wo wir den Abend bei einer Besichtigung der Weinherstellung und natürlich einer ausgedehnten Weinprobe ausklingen ließen, Bild 1. Das Panorama das sich uns dort bot, mit dem von Palmen gesäumten Comer See zu Füßen und den schneebedeckten Kuppen der Alpen im Hintergrund, werden wir so schnell wohl nicht mehr vergessen.


Bild 1: Gemeinsame Weinverkostung am Comer See

Mittwochs morgen ging die Reise dann weiter nach Brixen in Südtirol. Unser Plan durch die Berge über zwei Alpenpässe dorthin zu fahren wurde leider durch den zeitgleich stattfindenden Giro d’Italia vereitelt. Wir waren also gezwungen „untenrum“ über Mailand und Verona nach Brixen zu fahren, was uns die Gelegenheit gab, während der 6-stündigen Busfahrt unser Akkus nach dem harten Abend wieder aufzuladen.

Am frühen Nachmittag sind wir dann bei der Firma Alupress in Brixen angekommen. Begrüßt wurden wir von Dr. Bramann, einem Absolventen des Aachener Gießerei-Instituts, der uns die Firma vorgestellt und anschließend durch die Werkshallen geführt hat. Alupress stellt Teile für die Automobilindustrie im Druckgussverfahren her. Die Gussgewichte liegen zwischen 20g und 5.000g. Besonders beeindruckend war die Sauberkeit und perfekte Organisation innerhalb der Gießerei.

Nach dem Besuch sind wir nach Verona gefahren und haben dort im Motel Europe genächtigt. Allerdings nicht ohne vorher die Stadt mit ihrem prachtvollen Zentrum erkundet zu haben.

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, sind wir zur Firma IDRA aufgebrochen. IDRA baut Druckgussmaschinen im Schließkraftbereich von 50t bis 4000t. Im Vortrag wurde uns unter anderem vom Semi Solid Rheocasting Verfahren berichtet, welches die Firma zusammen mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt hat. Während der Führung wurde uns eine 4000 Tonnen Druckgussmaschine, die gerade getestet wurde, vorgestellt, sehr eindrucksvoll, Bild 2.


Bild 2: Gruppenfoto vor einer 4000t-Druckgussmaschine bei IDRA

Nachmittags haben wir die Gießerei Zanardi besucht. Zanardi stellt Gussteile durch Sandguss her und benutzt unter anderem als Werkstoffe austenitisch-ferritisches Gusseisen mit Kugelgraphit und Austenitisch-Bainitisches Gusseisen mit Kugelgraphit (ADI).
ADI zeichnet sich durch hohe Zähigkeit und gute mechanische Eigenschaften aus, bei gleichzeitig hervorragender Verschleißbeständigkeit. Durch diese Technologie können die Gussteile auch nach der Wärmebehandlung noch weiter bearbeitet werden.

Im Anschluss sind wir nach Bologna gefahren wo wir abends alle zusammen in einer Trattoria zu Abend gegessen haben. Leider war der Laden mit so vielen Gästen gleichzeitig etwas überfordert. Die ersten hatten schon die Nachspeise, da ist bei anderen erst die Vorspeise angekommen. War aber nicht so schlimm, da die Stimmung am lezten gemeinsamen Abend hervorragend war. Danach verteilte sich die Gruppe in der Stadt. Später dann ging es mit dem Taxi zurück zum Bungalow-Campingplatz. Rote Ampeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen waren für unseren Taxifahrer wohl nur Hinweise. Trotz der rasanten Fahrt sind wir aber alle gesund und munter angekommen.

Freitags morgens teilte sich die Gruppe. Fünf Studenten und der Oberingenier Dr. Vroomen sind zu Ferrari gefahren, um die Gießerei zu besichtigen. Der Rest durfte sich einen Eindruck über die Produktpalette bei der Konkurrenz in Saint Agata Bolognese, bei Lamborghini verschaffen. Da ich bei Ferrari war, kann ich nur von dort berichten. Nach der Fahrt nach Maranello, haben wir mit einigen hin und her fragen haben wir das richtige Tor zum Werk gefunden und wurden vom Leiter der Technologie-Abteilung durch die Gießerei von Ferrari geführt worden. Die Gießerei ist komplett in einer Halle auf dem Werksgelände untergebracht. Ferrari gießt pro Tag etwa 15-20 Motoren aus Aluminium, davon 5 für Maserati. Aufgrund dieser kleinen Produktionsmenge ist der Anteil an Handarbeit sehr hoch.

Nach dem Besuch der Gießerei stand noch das Ferrari-Museum mit der gesamten Gruppe auf dem Programm.

Nach dem Besuch in Maranello sind wir zurück nach Mailand gefahren wo abends der Flieger zurück ins Rheinland startete. Dort angekommen hat sich die Gruppe in alle Himmelsrichtungen zerstreut.

Dass die vier Tage so schön und interessant verlaufen sind, haben wir, Todor Ivanov und Sebastian Fischer zu verdanken, die diese Fahrt toll organisiert und sympathisch durchgeführt haben.

Absolventen- und Doktorandenseminar 2009

Vom 2. bis 3. Dezember 2009 fand das zweite hochschulübergreifende Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik in statt. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, eine Kontaktplattform für Jungingenieure der Gießereitechnik zu schaffen und einen fachlichen Austausch zwischen diesen zu fördern. Das Seminar wurde unter der Schirmherrschaft des Aachener Gießerei-Institut und den sponsoren, der OTTO JUNKER GmbH und der MAGMA Gießereitechnik GmbH, durchgeführt. Es nahmen 40 Teilnehmer (Abbildung 1) aller deutschen Hochschul-Institute, die im Bereich Gießereitechnik tätig sind, teil. Weiterhin waren Doktoranden der Montanuniversität Leoben in Österreich und der Firmen Volkswagen AG und Nemak Dillingen GmbH & Co.KG anwesend. Im Folgenden sind alle teilnehmenden Institute und Firmen aufgeführt.

  • RWTH Aachen, Gießerei-Institut
  • Hochschule Aalen, Gießerei Technologie Aalen
  • TU Braunschweig, Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik
  • Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Materialforschung, Abteilung Gießereitechnik, Bremen
  • TU Clausthal, Institut für Metallurgie, Arbeitsgruppe Gießereitechnik
  • Universität Duisburg-Essen, Gießerei-Institut
  • TU Bergakademie Freiberg, Gießerei-Institut
  • Leibniz Universität Hannover, Institut für Werkstoffkunde
  • Universität Leoben, Lehrstuhl für Gießereitechnik
  • Universität Magdeburg, Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung, Bereich Ur- und Umformtechnik
  • TU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
  • Firma Nemak Dillingen GmbH & Co. KG
  • Firma Volkswagen AG

Die Veranstaltung begann am Mittwochnachmittag am Hauptsitz der Magma Gießereitechnik GmbH in Aachen mit einem spannenden Fachvortrag von Herrn Dr. Sturm über die Entwicklung der Simulationstechnologie von den Anfängen Ende der 80iger Jahre, über den heutigen alltäglichen Einsatz in der Gießerei bis hin zu zukünftigen Möglichkeiten und Visionen des virtuellen Gießens. Im Anschluss daran luden die Sponsoren zum Abendessen im Aachener Brauhaus DEGRAA ein, wo man den Tag langsam ausklinge ließ.

Am nächsten Morgen startete dann das eigentliche Seminar. Austragungsort war der Seminarraum im neuen „Super C“-Glasbau direkt neben dem Hauptgebäude der RWTH Aachen. Vor der Kulisse Aachens mit dem Kaiserdom im Mittelpunkt hatten die Teilnehmer Gelegenheit den 16 sehr interessanten Fachvorträge zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekten in der Gießereitechnik zu folgen. Die einzelnen Vortragenden und Themen sind in Tabelle 1 aufgeführt. Das Seminar endete am späten Nachmittag mit der Wahl der drei besten Vorträge durch das Publikum.

Im Anschluss lud die Aachener Gießer Familie e.V. (AGIFA) zum so genannten Bursenabend ein. Dabei handelt es sich um einen monatlich stattfindenden Vortragsabend, an dem Vertreter der Industrie über aktuelle Projekte aus der Praxis berichten. Dieses Mal referierte Herr Dipl.-Ing Frömelt, Konstruktionsingenieur bei der Toyota Motorsports GmbH in Köln, über das Thema „Castings and Rapid Prototyping in Motorsports“, siehe Abbildung 2.

Mit zirka 80 Gästen bot der Bursenabend dann auch den angemessenen Rahmen für die Preisverleihung der besten Präsentationen des Absolventen- und Doktorandenseminars. Die Gewinner waren (siehe Abbildung 3):

Platz 1.Christian BöhnleinHochschule Aalen
Platz 2.Alexander BaesgenHochschule Aalen
Platz 3.Patrick SaalTU München

Nachdem die Gewinner bei Speise und Trank ausgiebig gefeiert wurden, hatten am Freitagmorgen alle Teilnehmer die Gelegenheit das traditionelle Gießerei-Kolloquium des Aachener Gießerei-Instituts zu besuchen. Der Erst- und der Zweitplatzierte des Seminars stellten hier ihre Forschungsprojekte erneut, diesmal jedoch einem breiteren Publikum, vor.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik 2009, wie im Vorjahr, wieder ein voller Erfolg war. Es wurden viele neue Kontakte unter den Nachwuchs-Gießerei-Ingenieuren geknüpft und ein fachlicher Austausch auf den aktuellsten Forschungsgebieten der Gießereitechnik im deutschsprachigen Raum ermöglicht. Auf Grund der positiven Resonanz aller Teilnehmer wird auch 2010 ein Absolventen- und Doktorandenseminar stattfinden.

Tabelle 1: Vorträge und Referenten

„Herstellung monolithischer Aluminium-Zylinderkurbelgehäuse im Druckguss aus übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierungen“
Alexander Baesgen, Hochschule Aalen
„3-dimensionale, funktionale Strukturen im Druckguss durch Gasinjektion“
Christian Böhnlein, Hochschule Aalen
„Herstellung von aufschäumbarem Halbzeugmaterial mittels Thixocasting – Verfahren, Eigenschaften, Potential“
Marco Häsche, IFAM Bremen
„Verbundguss von Aluminium- und Magnesiumlegierungen durch Druckguss“
Kai Kerber, Universität Hannover
„Einfluss der Modifikation des eutektischen Siliziums auf das thermische Ausdehungsverhalten der Kolbenlegierung AlSi12CuNiMg“
Andreas Wüstenhagen, TU Clausthal
„Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Sb auf die Graphitausbildung in GJS“
Lutz Dekker, TU Clausthal
„Optimierung der Lebensdauer von Druckgießformen für AlMgX-Legierungen“
Thomas Hentrich, TU Bergakademie Freiberg
„Eingießen von metallischen Fremdoberflächen in Schwerkraft-Sandguss“
Xavier Gibala, Nemak Dillingen
„Untersuchungen von Al-Zn-Mg Gusslegierungen“
Salar Bozorgi, Universität Leoben
„Untersuchungen des Einflusses konventioneller Kokillenschlichten auf die Eigenschaften von Aluminiumlegierungen für KokillengegosseneStrukturbauteile“
Chris Rehse, Universität Magdeburg
„Grundlagenuntersuchungen der gießtechnologischen Eigenschaften von Al-Legierungen bei der Erzeugung dünnwandiger Gussstücke im Kokillengießverfahren“
Olga Polianska, Universität Magdeburg
„Mathematisch – gießtechnische Optimierung der Verrippung großer Umformwerkzeuge“
Patrick Saal, TU München
„Verbundguss von Werkzeugaktivelementen“
Martin Wimmer (i.V. für Martin Ostermair), TU München
„Medfoam – Gießen von offenporigen Titan Implantaten“
Katrin Hagemann, RWTH Aachen
„Methodik zur Modularisierung von Druckgusswerkzeugen“
Yann Queudeville, RWTH Aachen

Abbildung 1: Teilnehmer des Absolventen- und Doktorandenseminar 2009 im Aachener „Super C“ (Foto: M. Jakob)

Abbildung 2:Herr Dipl.-Ing. Frömelt referiert auf dem Bursenabend (Foto: T. Ivanov)

Abbildung 3:Auszeichnung der besten Vorträge (von links nach rechts: 2. Platz – Alexander Baesgen, 1. Platz – Christian Böhnlein, 3. Platz – Patrick Saal) (Foto: M. Fafflok)

Herbstexkursion 2009

Die Aachener Gießer-Familie e.V. freut sich in diesem Jahr eine, wie wir meinen, spannende, eintägige Exkursion anbieten zu können. Die diesjährige Exkursion führt uns am

08. Dezember 2009 zur Firma Ohm & Häner nach Olpe.

Das Unternehmen fertigt Gussteile aus sämtlichen genormten und nicht genormten Aluminium- Legierungen von 20 g bis 1500 kg im Sand- und Kokillengießverfahren. Die Fertigung erfolgt insbesondere für den Maschinen- und Gerätebau, aber zunehmend auch für den Automobilbau.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten erstrecken sich von CNC-Drehautomaten bis zur Fünf-Achs- Bearbeitung (1250 x 800 x 800 mm). Neben dem Schwerpunkt Aluminiumguss werden im Sandguss auch anspruchsvolle Kupfer-Guss-Legierungen wie eisen, nickel- und manganlegierte Alu- Mehrstoffbronzen, Leitfähigkeits-Kupfer und Sonderbronzen vergossen.

Wärmebehandlung sowie diverse Prüftests, wie Röntgenprüfung, 3D-CNC-Messen, Lecktest, Rissprüfung, Härteprüfung, chemische Analyse, Thermoanalyse, Dichteindex-Prüfung, Metallographie etc. stehen für den Nachweis höchster Qualitäten bereit /Ohm & Häner, 2009/.

Die Exkursion richtet sich an Studentinnen und Studenten, die sich für die Gießereitechnik als fachspezifische Vertiefung interessieren.

Treffen: 08. Dezember 2009, um 07:30 Uhr am Gießerei- Institut, Intzestr. 5, 52072 Aachen Rückkehr: ca. 18:00 Uhr

Zum Ausklang der Exkursion möchten wir die Teilnehmer noch zu einem kleinen Imbiss in die Burse der Aachener Gießer-Familie e.V. (Arndtstr. 24a) einladen.

Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenlos, es wird lediglich bei der Anmeldung eine Kaution in Höhe von 10,- € erhoben, die am Exkursionstag zurückerstattet wird. Die teilnehmende Zahl an Personen ist auf 25 begrenzt.

Die Anmeldung kann bei Frau Thouet im Sekretariat des Gießerei-Instituts erfolgen.

Fragen sind zu richten an:

Marcus FriemeltTel: 80-98018,Access,Intzestr. 5
Todor IvanovTel: 80-95879,Gießerei-Institut,Intzestr. 5
Christian OberschelpTel. 80-97147,Gießerei-Institut,Intzestr. 5

Pfingstexkursion 2009

AGIFA-Pfingstexkursion nach Norddeutschland (02.-05. Juni 2009) −
ein Exkursionsbericht der Studenten Hanno Vogel und Gajendrian Balakrishnan

Am Dienstag, dem 02. Juni, startete morgens um 6:30 Uhr die Busfahrt Richtung Norddeutschland, die uns zu neuen geographischen und fachlichen Horizonten führen sollte.

Die erste Station war die Doncasters Precision Castings GmbH in Bochum, die Feingussteile für die Luftfahrtindustrie herstellt. Dank der sehr gut organisierten Führung durch die Werkshallen, bekamen wir schnell einen Überblick über die einzelnen Fertigungsschritte, die zur Herstellung z.B. von Turbinenschaufeln führen.

Nach ein paar Essens-Häppchen, die wir unterwegs aufnahmen, fand der Bus seinen Weg ins ländliche Dülmen und zwar zur Sportwagenmanufaktur Wiesmann. Hier muss eine jedes Autoliebhaber­herz aufblühen, denn die gläserne
Manufaktur erlaubt es, die Handfertigung wunderschöner Sportwagen zu beobachten.

Im Anschluss an den Besuch bei der Fa. Wiesmann führte die Exkursion weiter nach Hannover. In Hannover angekommen und nach Bezug der dortigen Jugendherberge steuerte die Exkursionstruppe mit letzter Kraft ein Brauereihaus in der Hannoveraner Innenstadt an, wo die Fässer für uns schon bereit standen und sich dadurch die Möglichkeit anbot, neue Kräfte zu sammlen. Zu fortgeschrittener Stunde, breitete sich langsam allgemeine Erschöpftheit aus und der lange Fußmarsch zur Jungendherberge wurde angetreten.

Der Mittwochmorgen begann mit abgezählten Brötchen in der Kantine der luxuriösen Herberge, inmitten schöner Hannoveraner Naturlandschaft. Alle waren bereit für einen neuen aufregenden Tag im Norden Deutschlands. Unsere erste Station war die Eurokern Gießereitechnik GmbH in Baddeckenstedt. Die Geschäftsführung gab uns einen Einblick in die Firmenstruktur, wobei wir zudem ein Fachvortrag über diverse Kernherstellungsverfahren zu hören bekamen. Bei der sich daran anschließenden Führung durch die Produktionsstätten konnte dann der praktische Teil der Kernfertigung begutachtet werden.

Von Baddeckenstatt ging es dann weiter nach Hamburg. Gegen Nachmittag kamen wir am Hamburger Hafen an und sammelten einen Touristenführer auf, der unseren Bus durch das Hafengewirr sicher leitete und uns währenddessen Geschichten, Fakten und tolle Einblicke über den Hamburger Hafen lieferte. Im Hafen machte sich die allgemein vorherrschende Krise deutlich bemerkbar. Viele Kräne hatten keine Schiffe zum be- und entladen an der Pier, Container standen auf Halde und riesige Flächen voll mit Autos glitzerten abwartend in der Sonne.

Nach dem Bezug eines Backpacker Hostels im Zentrum Hamburgs zogen wir in kleinen Gruppen durch die Hamburger City, wo sich letztendlich doch alle auf der Reeperbahn wieder fanden und beschloss, den Abend mit dem einen oder anderen Bier zu beschließen.

Komischerweise war am Morgen jeder da und sogar reisebereit. Die nötige Kraft für den Tag konnten alle bei einem Nickerchen im Bus auf dem Weg nach Lübeck zur Besichtigung des ae-Druckgusswerkes schöpfen.

Im Anschluss an die Besichtigung der Fa. ae-Druckguss ging es weiter nach Kiel, um den Grau- und Sphäroguss der Gießerei Kiel zu besichtigen. Als besonders eindrucksvoll erwiesen sich die Herstellung und die Vorbereitung riesiger Formen für den Guss von Motorgehäusen für Schiffe oder Lokomotiven sowie die Nachbearbeitung der gegossenen Kolosse.

Im Anschluss bot sich Gelegenheit, auf eigenen Faust, die Kieler Sehenswürdigkeiten kurz anzusehen, während parallel für den nahenden Grillabend am Ostseestrand eingekauft wurde. Mit Bier und Grillgut fand sich ein Grillplatz am Strand, wobei das Wetter einen romantischen Sonnenuntergang bescherte. Mit reichlich herzhaftem Der letzte Tag stand im Zeichen der Besichtigung der Howaldtswerke-Deutsche Werft

in Kiel. Das Unternehmen der ThyssenKrupp Technologies ist spezialisiert auf den Bau von U-Booten. In der Werft wurde die Gruppe sehr freundlich in Empfang genommen.

Während der Führung bekamen wir unter anderem das überaus interassente Technologiezentrum zu sehen und wurden mit der Brennstoffzelle vertraut gemacht, die bereits heute in den modernsten U-Booten eingesetzt wird. Zum krönenden Abschluss bestand dann die Möglichkeit, ein funktionstüchtiges Marine-U-Boot aus sicherer Entfernung zu beobachten, dass zu Wartungszwecken auf Stelzen im Trockendock stand. Durch ein Kantinenessen gut gestärkt, wurde dann der Rückweg nach Aachen eingeläutet.

Schon fast in tiefer Nacht erreichte der Bus den heimischen Hafen der Intzestraße,
wo sich alle nach einigen erlebnisreichen und anstrengenden Tagen erschöpft in alle Himmelsrichtungen verteilten. Dass die vier Tage so schön und interessant verlaufen sind, haben wir Christian Oberschelp, Todor Ivanov und Marcus Schafaff zu verdanken, die diese Fahrt toll organisiert und sympathisch durchgeführt haben.

Absolventen- und Doktorandenseminar 2008

Absolventen- und Doktorandenseminar der Gießereitechnik 2008 in Aachen

Vom 3. bis 4. Dezember 2008 fand erstmals ein hochschulübergreifendes Absolventen-und Doktorandenseminar der Gießereitechnik im deutschsprachigen Raum statt. Das Ziel dieses Seminars war es, eine Kontaktplattform für angehende Absolventen der Gießereitechnik zu schaffen und einen fachlichen Austausch zwischen diesen zu ermöglichen. Die Idee eine regelmäßig stattfindende Veranstaltung dieser Art zu etablieren ist zwischen dem Aachener Gießerei-Institut und den Sponsoren des Seminars, der OTTO JUNKER GmbH sowie der MAGMA Gießereitechnik GmbH, entstanden. Insgesamt haben 25 Teilnehmer folgender Gießerei-Institute teilgenommen:

  • TU Bergakademie Freiberg, Gießerei-Institut
  • TU Clausthal, Institut für Metallurgie, Arbeitsgruppe Gießereitechnik
  • TU München, Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen
  • Universität Leoben, Lehrstuhl für Gießereikunde
  • Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Materialforschung Abteilung Gießereitechnik, Bremen
  • RWTH Aachen, Gießerei-Institut

Der Auftakt des Seminars erfolgte am Mittwochabend mit einer Stadtbesichtigung der schneeversunkenen Eifelstadt Monschau. Danach ließen die angehenden Gießerei-Ingenieure und Doktoranden den Abend auf Einladung der Sponsoren bei einem gemeinsamen Abendessen mit anschließender Übernachtung im Carat Hotel Resort in Monschau ausklingen.

Am nächsten Morgen lud die OTTO JUNKER GmbH zu einer Besichtigung der hauseigenen Edelstahlgießerei und des Montagewerkes für Induktionsöfen in Lammersdorf ein, Abbildung 1. Vor der Besichtigung stellte die Firmenleitung die traditionsreiche Geschichte der von Dr. e.h. Otto Junker aufgebauten Firma vor. Weiterhin erläuterte Herr Dr. Schmitz in einem Vortrag die Möglichkeiten bei der Energieeinsparung beim Schmelzen von Gusswerkstoffen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen erfolgte die Rückfahrt nach Aachen, wo am Nachmittag das eigentliche Seminar mit Fachvorträgen und Vorstellung der einzelnen Institute stattfand. Auf dem Weg dahin sind einstweilen die Teilnehmer aus Clausthal Zellerfeld, die mit einem eigenen Fahrzeug angereist waren, im Schneetreiben verloren gegangen. Nachdem das Seminar mit leichter Verspätung beginnen konnte, hatten einige der Teilnehmer die Gelegenheit ihre aktuellen Forschungsthemen vorzustellen. Diese waren:

Dipl.-Ing. Wojciech Krupa:Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung dickwandiger Gussstücke aus EN-GJS mit optimiertem Gefüge unter Nutzung von inneren Kühlkörpern
Cand.-Ing. Sebastian Hellfeier:Gießereien in China – Erfahrungsbericht über ein einjähriges Gießerei-Praktikum bei Bosch Rexroth in Shanghai
Dipl.-Ing. Tobias Schubert:Nanostrukturierte Oxide zur Beeinflussung der Eigenschaften von Aluminiumlegierungen
Dipl.-Ing. Matthias Reihle:Ermittlung von Eigenspannungen in Verbundgusskörpern mittels Neutronendiffraktometrie
Dipl.-Ing. Martin Wimmer:Stranggießen mit gesteuerter Flüssigmetall-Umlaufkühlung
Dipl.-Ing. Salar Borzorgi:Gefügeuntersuchung der Legierung THX 540 (AlMg5Si2Mn) in thixotropen Bauteilen
Dipl.-Wi.-Ing. Christoph Pille:Funktionsintegrierte Gussbauteile
Dipl.-Ing. Stephan Freyberger:Eigenspannungsevolution in hochlegierten Gehäusebauteilen aus austenitischem Edelstahl, Möglichkeiten und Grenzen der Bohrlochmethode
M.Sc. Sebastian Tewes:„NADIA“ – New Automotive components Designed for and manufactured by Intelligent processing of light Alloys

Während des Seminars waren die Teilnehmer dazu angehalten die besten drei Präsentationen zu bestimmen. Direkt im Anschluss waren die angehenden Gießer auf dem Bursenabend der Aachener Gießer Familie e.V. eingeladen. Dabei handelt es sich um einen monatlich stattfindenden Vortragsabend bei dem Industrievertreter aktuelle Projekte in dem von Prof. Piwowarski gestifteten Haus, der Burse (Bedeutung: Ort an dem Studenten zusammenfinden) vorstellen. Dieses Mal referierte Herr Dipl.-Ing. Brehm von der Daimler AG über „Motorenguss aus Mannheim – Werkstoffe und Prozesse“, Abbildung 2. Der Bursenabend bildete mit ca. 60 Zuhören auch gleichzeitig den passenden Rahmen für die Preisverleihung der besten Präsentationen des Absolventen- und Doktorandenseminars. In Abbildung 3 sind die Gewinner Sebastian Tewes (1. Platz) von der RWTH Aachen, Christoph Pille (2. Platz) vom Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Materialforschung (IFAM) in Bremen und Tobias Schubert (3. Platz) von der TU Bergakademie Freiberg zu sehen.

Nachdem die Gewinner bis tief in die Nacht hinein gebührend gefeiert wurden, begann am nächsten Morgen pünktlich das Symposium der Aachener Gießer Familie e.V., das sich im Zweijahresturnus mit dem Aachener Gießerei Kolloquium abwechselt. Der Erst- und Zweitplazierte der Präsentationen des Vortages hatten hier die Möglichkeit ihr jeweiliges Forschungsprojekt einem breiten Publikum vorzustellen. Wie üblich folgte nach dem Symposium der Gießer-Abend, der einen würdigen Abschluss für das diesjährige Absolventen- und Doktorandenseminar darstellte.

Abbildung 1: Teilnehmer vor einem Induktionsrinnenofen der Firma OTTO JUNKER (Photo: T.Ivanov)

Abbildung 2. Herr Dipl.-Ing. Brehm referiert auf dem Bursenabend (Photo: T. Ivanov)

Abbildung 3: Auszeichnung der besten Vorträge (von links nach rechts: Dipl.-Ing. Tobias Schubert, M.Sc. Sebastian Tewes und Dipl.-Wi.-Ing. Christoph Pille) (Photo: D. Joop)